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3 min

Krankenstand reduzieren mit Firmenfitness

Unternehmen kämpfen mit so vielen Krankheitstagen wie seit Jahren nicht mehr, vor allem Rückenleiden, Stress und psychische Belastungen lassen die Fehlzeiten steigen.
Gleichzeitig zeigen Erfahrungsberichte, dass regelmäßige Bewegung und gezielte Firmenfitness Ausfalltage deutlich reduzieren und die Motivation im Team steigern.

Alina Grasmück
29. September 2025
Firmenfitness

Warum hohe Krankenstände das Geschäft belasten

Deutschland kämpft weiterhin mit hohen Krankenständen. Laut dem BKK Dachverband lag der Krankenstand 2024 unter rund 4,7 Millionen Beschäftigten durchschnittlich bei 5,9% – damit blieb er trotz leichter Stabilisierung auf dem hohen Niveau von 2023 und deutlich über dem Vor‑Corona‑Level. Der Fehlzeiten‑Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt für 2023 einen Krankenstand von 6,6%, wobei AOK‑versicherte Beschäftigte im Schnitt 23,9Kalendertage arbeitsunfähig waren. Pro Arbeitsunfähigkeitsfall wurden 10,6 Tage notiert und mehr als 63% der AOK‑Mitglieder meldeten sich mindestens einmal krank. Diese Zahlen unterstreichen, wie wichtig wirksame Präventionsmaßnahmen sind.
Ursachen: Muskel, Atemwege und Psyche im Fokus

Die Auswertung des WIdO macht deutlich, dass Fehlzeiten vor allem durch vier Krankheitsarten dominiert werden:

  • Muskel‑ und Skeletterkrankungen: Sie verursachten 2023 fast 19% aller Fehltage.
  • Atemwegserkrankungen: Mit 15% (2022: 17 %) spielen sie weiterhin eine zentrale Rolle.
  • Psychische Erkrankungen: Seit 2013 haben die Krankheitstage aufgrund psychischer Leiden um 56,5% zugenommen. Die durchschnittliche Falldauer lag 2023 bei 28,1 Tagen pro Fall – fast dreimal so lang wie der Durchschnitt.
  • Verletzungen: Sie sind insbesondere in Branchen mit körperlicher Belastung relevant.

Langzeiterkrankungen (> 6 Wochen) machten 2023 über 39% der Ausfalltage aus, obwohl sie nur 3,4% der Fälle ausmachten. Diese Belastungen treffen Unternehmen unmittelbar in Form von Produktionsausfällen und hohen Kosten.

Warum Bewegung und Firmenfitness helfen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass regelmäßige körperliche Aktivität bedeutende physische und psychische Gesundheitsvorteile bietet. Sie trägt zur Vorbeugung und Behandlung chronischer Erkrankungen bei und reduziert Symptome von Depressionen und Angstzuständen, verbessert die Gehirngesundheit und steigert das allgemeine Wohlbefinden. Gleichzeitig erfüllt laut WHO ein großer Teil der erwachsenen Bevölkerung (31 %) nicht die empfohlenen Mindestwerte für körperliche Aktivität – hier können Arbeitgeber ansetzen.

Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) untersuchte systematisch die Wirksamkeit betrieblicher Gesundheitsförderung. Laut einer Präsentation der Universitätsmedizin Essen, die die Ergebnisse des iga‑Report 28 zusammenfasst, ergab die Metaanalyse:

  • Reduktion der Krankheitskosten um durchschnittlich 26% und der krankheitsbedingten Fehlzeiten um 27%.
  • Ein Return-on-Investment (ROI) von 2,73 für Maßnahmen, die Fehlzeiten senken.

Insbesondere kombinierte Programme mit individuellen und organisatorischen Ansätzen (z. B. Bewegungsangebote, ergonomische Anpassungen, Stressmanagement) gelten als besonders wirksam.

Firmenfitness Schwimmen
Firmenfitness als Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Firmenfitness ist ein wesentlicher Baustein im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) und hilft, die oben genannten Risiken zu adressieren. Um wirkungsvoll zu sein, sollte das Programm folgende Punkte berücksichtigen:

  1. Bedarfsermittlung: Eine interne Analyse (z. B. über Umfragen) identifiziert spezifische Belastungen und Präferenzen der Mitarbeitenden.
  2. Ganzheitliches Konzept: Kombination aus bewegungsorientierten Angeboten (Rückenschule, Yoga, Krafttraining), ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung und Stressbewältigung.
  3. Hybride Angebote: Präsenzkurse vor Ort und digitale Angebote (Online‑Workouts, Bewegungsapps) erreichen alle Mitarbeitenden – auch im Homeoffice.
  4. Führungskräfte als Vorbilder: Wenn Führungskräfte aktiv teilnehmen, steigt die Teilnahmequote.
  5. Anreize & steuerliche Vorteile: Sachbezüge für Gesundheitsangebote sind steuerlich begünstigt und steigern die Motivation.
  6. Evaluation: Regelmäßige Auswertung der Krankenstands-Daten, um den Erfolg zu messen und das Programm anzupassen.
Wirtschaftlicher Nutzen – ein Beispiel

Aus den WIdO‑Zahlen lässt sich schnell ein Business‑Case ableiten. Ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitenden und durchschnittlich 23,9 Fehltagen pro Person verliert jährlich rund 2.390Arbeitstage (100 × 23,9). Geht man von durchschnittlich 350 € Kosten pro Fehltag aus (Lohnfortzahlung, Vertretung, Produktivitätsverlust), summieren sich die Ausfallkosten auf 836.500. Eine Reduktion der Fehlzeiten um 27 % (wie der iga‑Report sie im Schnitt verzeichnet) spart knapp 225.855. Dem steht die Investition in ein Firmenfitnessprogramm gegenüber, die je nach Umfang deutlich niedriger liegen kann – das bestätigt den ROI von 2,73.

Fazit: Firmenfitness schafft gesunde und leistungsfähige Teams

Der hohe Krankenstand und die Zunahme psychischer Belastungen stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass regelmäßige körperliche Aktivität nicht nur die physische Gesundheit fördert, sondern auch Symptome von Stress und Depressionen verringert. Durch ein systematisches BGM mit Fokus auf Firmenfitness können Unternehmen die Fehlzeiten um rund ein Viertel senken und ihre Gesundheitskosten deutlich reduzieren.

Werden Sie aktiv und investieren Sie in die Gesundheit Ihres Teams – es lohnt sich sowohl menschlich als auch wirtschaftlich.